Niemand hat darauf Lust. Expo-Leitung und ihr Partner, der Schweizerische Kiosk-Inhaber Verband SKIV, haben sich verrechnet. Acht Millionen Franken sollten Souvenirs in die Expo-Kassen spülen. Doch die Shops floppen. 1,5 Millionen Franken beträgt der Rückstand auf die Marschtabelle schon nach 44 Tagen. Mindestens zwei Millionen werden es am Schluss der Expo sein. Grund für den Shop-Flop: Fehlplanung.
•Fehler Nummer eins: Überkapazitäten. Grosszügig wurden die Läden über die Arteplages verteilt – elf allein in Neuenburg. «Es waren von Anfang an zu viele Shops,» gibt SKIV-Sprecher Torsten Haeffner (42) zu. «Dafür müssen wir uns an der eigenen Nase nehmen.»
- Fehler Nummer zwei: Man rechnete mit zahlungskräftigen Kunden. Doch bis jetzt kamen vor allem Schüler zur Expo. Und denen fehlt das nötige Kleingeld, um sich Parfums für 49 oder Krawatten für 140 Franken zu kaufen.
- Fehler Nummer drei: Viele Ladenhüter im Sortiment. Windeln im Multipack, Cornichons und andere Esswaren finden keinen Anklang bei den Expo-Besuchern.
Die Zeche für diese Fehler müssen nun die Angestellten zahlen. Neun Shops werden geschlossen, 70 Angestellte müssen sich ab Sonntag einen neuen Job suchengehen. In einem Brief an ihr Expo-Personal bedauert die SKIV-Geschäftsführung zwar die Kündigungen. Aber: «Eine Alternative zu dieser Massnahme gab es leider nicht.»
Die meisten der Entlassenen sind Frauen aus dem Drei-Seen-Land. Sie arbeiten im Stundenlohn, einen Sozialplan gibt es für sie nicht. Einziges Zückerli: «Wir zahlen ihnen zusätzlich den Lohn von vier Tagen», verspricht Torsten Haeffner.